23 Comments

  1. Der amerikanische Exzeptionalismus ist kultureller bzw. nationaler Narzissmus.
    Für Menschen mit mehr oder weniger stark ausgeprägten narzisstischen Tendenzen ist die Idee vom amerikanischen Exzeptionalismus das reinste El Dorado

  2. Die Type hat das System voll durchschaut. Bravo. Sehr lehrreich. Das einzige, was noch helfen kann, ist die grundgesetzkonforme Umsetzung der Direktdemokratie nach schweizer Muster.

  3. Ja, diese Vorträge von Rainer Mausfeld bringen "Licht ins Dunkel"! man kann hier aus dem Vollen schöpfen und aufholen, was uns jahrzehntelang vorenthalten wurde…in den Medien, in der Schule und sonst wo in den Parteien!

  4. Prof. Mausfeld gehört mit seinen Vorträgen an jede Schule ….nur so haben die Menschen eine Chance zu begreifen was tatsächlich passiert….nur als grosse Mehrheit hat das Volk die Macht etwas zu ändern!

  5. Das war ein sehr gelungener Vortrag ! Wo gibt es mehr davon ? Ich schließe mich gerne solchen Debatten an. Es ist hervorragend, wie die Komplexität aber auch die Einfachheit des Einflusses des Menschen auf Demokratie dargestellt wird. Nicht schweigen und schlucken, sondern eigene Gedanken zum Ausdruck bringen. Aber selbständiges Denken ist nicht nur nicht gewollt, sondern
    verhähmt. Hauptsache "Einserkandidat" durch "nachplappern", immer besser als denkender Mensch. Ist für Euch Ihr Bachelor und Masterkandidaten, die am besten nur noch "auswendig" lernen, anstatt zu denken. Dabei geht es um Euer Leben, Eure Zukunft ! Meint Ihr mit "Smartphones" und "Shitstorms" verbessert Ihr dieWelt ? Die Welt in der Ihr und Eure Kinder – die will ja keiner mehr haben – leben wollt, wenn Ihr 60 Jahre und älter seit ? Wo ist Euer "Aufschrei" ? Nix. Gar nix. Top-Model, Hero of the Year etc. Und dann noch über "sexismus" aufregen, aber selbst "Top-Model" oder
    "Top-Hero" als Ziel seines Lebens zu fordern ! Schlimmer geht es kaum. Ist die Jugend so blöde ? Ich denke ja !! "Augen auf bei der Berufswahl" – Zitat von meinem Sohn, auf den ich mehr als stolz bin und sein kann.

  6. 01:08:00 min
    Zitat: diese Umverteilung machen wir ja garnicht. Das ist eine Naturgesetzlichkeit der freien Märkte.

    Was hier noch fehlt, ist die Analyse, ob denn diese Aussage stimmt.
    Denn diese stimmt überhaupt nicht.
    Die sogenannten Märkte sind nicht frei. Im Gegenteil, diese sind unfrei.
    Diese Märkte sind Märkte der gegenseitigen Konkurrenten, um einen im System simulierten Mangel.
    Daher ist der Markt durch die Bedingungen der Konkurrenz schon garnicht frei und die Marktteilnehmer werden sogar zur Konkurrenz extrinsisch gezwungen.
    Damit ist diese sogenannte Natürlichkeit in Wahrheit eine künstlich erzeugte.
    Denn mit dem Geldsystem wird die Konkurrenz durch die Regeln der Geldschöpfung selbst erzeugt. Diese normativen Regeln erzeugen einen fiktiven Mangel, um den dann alle am sogenannten Markt konkurrieren müssen.
    Daher kann man diese Bedingungen ändern, da diese nur durch Menschen gemachten Regeln generiert werden.

    Damit ist die Aussage vom freien naturbedingten nichtveränderbaren Markt eine reine Lüge und dient der kognitiven Verschleierung.

  7. Mein lieblings Prof. Man kann von Prof. Mausfeld richtig gute Denkanstöße bekommen,
    seine Vortragsart gefällt mir, ruhig und souverän, gepaart mit sehr viel
    Sachverstand und Hintergrundwissen. BRAVO

  8. "Prof. Rainer Mausfeld, Superstar!"
    So könnte man sowohl den gelegentlichen Applaus ("jetzt hat er es aber gesagt!") als auch die nach- bzw. vorstehenden Kommentare zusammenfassen. Beides ist bestürzend. Zeugt es doch davon, dass relativ wenig eigene Arbeit zum Verstehen der Situation geleistet wurde.

    "hoffentlich kann er das noch lange machen" war eine Befürchtung. Ja, aber sicher kann er das. Denn die sog. Eliten werden zumindest diesen Vortrag eher begrüßen als fürchten. Erstens, weil er den Menschen ein Bild gibt an dem sie sich abarbeiten können ohne gezwungen zu sein selbst nach den tieferen Absichten zu forschen – egal, ob es sie gibt oder nicht (das selbst zu verifizieren oder falsifizieren wäre der eigentliche Gewinn) und zweitens, das ist der eigentliche Punkt, weil er damit beginnt Erika Steinfelds Befürchtungen herablassend und so, Kraft seiner Reputation, beiseite zu wischen. Offensichtlich ohne sich intensiver damit auseinander gesetzt zu haben. Das wohl aus einer scheinbar abgehobenen linksideologischen Haltung heraus, womit er seinem folgenden Vortrag eigentlich widerspricht.

    Um es nicht zu vergessen. Die Arbeit von Rainer Mausfeld ist sehr zu schätzen, es darf lediglich nicht übersehen werden, wo die Grenzen sind, die ihm, wie auch allen anderen (mich eingeschlossen) durch sein aktuelles Narrativ, in dem er lebt, setzt. Diese Grenzen zu erweitern wäre die eigentliche Aufgabe für jeden, um sich dadurch mehr und mehr der Wahrheit zu nähern. Mag auch sein, dass sich viele über diesen Kommentar (Grund, s.o.) aufregen. Nur, es ist mir egal, denn vielleicht macht sich der eine oder andere selbst auf die "Socken" – um es etwas salopp auszudrücken, was ein Gewinn wäre (wieder, s.o.).

  9. "Der intelligente Weg, Menschen passiv und fügsam zu halten, besteht darin, das Spektrum akzeptabler Meinungen strikt zu begrenzen, aber eine sehr lebhafte Debatte innerhalb dieses Spektrums zu ermöglichen – und sogar kritischere und abweichende Ansichten zu fördern. Das gibt den Menschen das Gefühl, dass freies Denken stattfindet, während die Voraussetzungen des Systems immer wieder durch die Grenzen des zulässigen Bereichs der Debatte verfestigt werden." -Chomsky

    Die gleiche subtile Vorgehensweise benutzt man auch um Kindern die Illusion zu geben, dass sie frei entscheiden können und um gleichzeitig die elterlische Autorität zu verstärken. Simple Psychologie und wir fallen als Erwachsene immer noch drauf rein. Ähnlich bei Werbung. Werbung ist in erster Linie Werbung für Werbung. Sie legitimiert sich selbst. Nur weil sie so allgegenwärtig ist, sehen wir in ihr nichts unnormales, wo die meiste Werbung doch nichts als Psychoterror ist, der gezielt mit unseren Emotionen spielt! Lassen wir uns entmündigen oder waren wir noch nie mündig?

    In Deutschland haben wir ein politisches System, dass im weltweiten Vergleich einer Demokratie vielleicht noch mit am nähsten kommt, aber von den eigentliche Idealen der Demokratie sind wir noch sehr weit entfernt. So, wie die Medien ihre Inhalte als Wahrheit verkaufen, bilden wir uns auch was auf unsere Demokratie ein, wo doch in beiden Fällen noch so viel Luft nach oben ist. Die Diskrepanz zwischen dem was behauptet wird und dem was ist, ist einfach zu groß. Orwell..

    Ich finde nicht, dass das Internet sein Potential zur Erweiterung des Debattenraums verloren hat, nur weil es diese Social Media Warriors gibt. Natürlich nutzen alle Seiten das Internet für sich. Aber diesen Vortrag hätte ich ohne das Internet immerhin nie gesehen. Und die hohen Klickzahlen zeigen, dass auch solche Inhalte Massen erreichen können.

  10. Ich hatte mich ja auf das Video gefreut (weil ich auch massive Kritik an den Medien und öffentlichen Diskussionskultur habe). An der einen oder anderen Stelle finden sich auch interessante Impulse. Aber in der Summe bin doch enttäuscht – wenn nicht entsetzt.
    Er beschäftigt sich mit Manipulationstechniken der Medien… und deshalb setzt er selber welche ein?!?!?!? Da sind u.a. die immer wieder eingestreuten (Be-)Wertungen, die untergeschoben werden, ohne Beleg oder Erklärung. Schlimm genug, aber wenn sich dann die Argumentationskette darauf abstützt wird es arg.
    Ein Beispiel unter vielen: Er behauptet, die NATO sei ein hochaggressives Bündnis und kommt darüber zur semantischen Verschiebungen. Worauf stützt er das? Es bleibt bei einer bloßen Behauptung. Ich sehe das z.B. anders. Es gibt aggressive Aktionen einzelner Mitglieder, aber der NATO als ganzes?!
    Auch den Rassismus-Begriff setzt er schräg ein. Wenn schon die empirische Benennung von Unterschieden und Entwicklungen zum Rassismus wird, entkernt das den Begriff völlig. Aber das passt zu seiner egalitaristischen Affinität – Egalitarismus, nebenbei, ist auch eine Form von Totalitarismus. Und während er selbst von Rassismus spricht, lässt er einen Antisemitismus durchblitzen…
    Dann das Zitat (sinngemäß), wonach Gewaltfreiheit eines mit Gewalt ausgestatteten Herrschenden bedarf, verdreht er auch. Für mich das vollkommen sonnenklar. Der Mensch hat auch ein Aggressionspotential (da bin ich bei Hobbes: "homo homini lupus") – wer soll das einhegen, wenn es keine Sanktionsmacht gibt? Dass die USA nicht der Weisheit letzter Schluss sind – keine Frage. Aber was wäre sein Ansatz?: Freiwilliger Gewaltverzicht aller, wobei alle gleich sind? Das wäre hochgradig naiv. Und das Völkerrecht wurde nicht durch 'böse Mächte' zerfressen. Es hat im Grunde von Anfang an nicht funktioniert. Es ist ein abstraktes Konstruktrukt ohne praktischen realisierbaren Nutzen – zumindest dann nicht, wenn es niemanden gibt, der es zur Not auch wirkmächtig in Kraft setzt. Ähnliches ist ja die UN: ein monströser Apperat der munter nette Beschlüsse fasst aber im wahren Leben vor sich hin dilletiert.
    Jedenfalls wird das bei ihm auch so verdreht, weil er die Nuancen des Gewaltbegriffs undifferenziert nutzt (physische/psychische Repression vs. Ausprägungen institutionell legitimierter Herrschaft).
    Und so ließe sich das fortsetzen… nur muss ich jetzt wieder an die reale Arbeit.

  11. Ein wunderbarer Schatz an Argumenten. Man muss nur einige Sätze auswendiglernen und in Gesprächen einfliessen lassen – ruft immer nachdenkliches Schweigen hervor 🙂

    (Die Pausen zwischen den Worten sind wichtiger, als die Worte selbst!)

  12. Danke Hr. Mausfeld, solange es Menschen wie sie gibt ist die Aufkärung nicht tot zu kriegen und ich habe Hoffnung. Nur sehe ich es so, dass die Herde ihren Hirten zu sehr liebt und seinen Hund zu sehr respektiert.

  13. Der Kapitalismus verdrängt althergebrachte solidarische und gemeinschaftliche Bindungen durch eine alles durchdringende Habsucht, durch das Verlangen nach Reichtum, durch ein System einer auf "Gewinnmaximierung" gerichteten moralischen Buchführung und durch eine herzlose Gleichgültigkeit gegenüber der Verzweiflung Armer, Älterer und körperlich Beeinträchtigter.

    Es wäre falsch zu behaupten, dass Habsucht und Herzlosigkeit in der Vergangenheit nicht zum Kapitalismus gehört hätten. Doch früher war die Bourgeoisie noch recht marginal und anfällig für die Bevormundung durch die grundbesitzende Aristokratie; die vorindustriellen Normen hielten die Kapitalisten mehr oder weniger in Schach. Dann aber brachte die Marktwirtschaft eine immer weiter verbreitete und unbändige kapitalistische Gesinnung der Selbstverherrlichung und gefühlskalten Ausbeutung hervor. Die nackte bourgeoise Habsucht und Herzlosigkeit, die von wachsamen und bedeutenden Schriftstellern wie Balzac oder Dickens enthüllt wurden, führte bei den betroffenen zu einer Welle des Abscheus. In früheren Zeiten wurden die Vermögenden weder verehrt, noch zum Inbegriff der Tugend erhoben. Der Großteil der vorkapitalistischen Welt verehrte als Tugend nicht die Selbstverherrlichung, sondern vielmehr die Selbstaufopferung, und nicht die Akkumulation, sondern das Geben – wie sehr diese Tugenden bei Verstößen auch immer dennoch hochgehalten wurden.

    Heute jedoch hat der Kapitalismus alle Lebensbereiche durchdrungen. Die Habsucht, das übermäßige Verlangen nach Vermögen, eine berechnende Gesinnung und die herablassende Meinung gegenüber Armut und Schwäche sind zu einem moralischen Übel geworden. In diesen Bedingungen sind bourgeoise Züge das gefeierte Markenzeichen der "schönen Leute" oder genauer gesagt der yuppiähnlichen geburtenstarken Jahrgänge. Die Werte dringen auch in weniger wohlhabende Bevölkerungsschichten vor, die je nach ihren eigenen Mitteln die Reichen mit Neid, ja sogar mit Ehrfurcht betrachten und sich voller Schuldgefühl wegen ihres Mangels an Privilegien und Ansehen als "Nichtsnutze" selbst ins Visier nehmen.

    Bei diesem neuen Bourgeoisie-Denken hegen die Besitzlosen keine Klassenfeindschaft gegenüber den "Reichen und Schönen" (eine einzigartige Wortverknüpfung), sondern bewundern sie vielmehr. In heutiger Zeit betrachten Arme und Menschen aus der Mittelschicht die Bourgeoisie seltener mit Abscheu als vielmehr mit unterwürfiger Bewunderung; sie betrachten die Chance, Geld zu machen und Reichtum anzuhäufen immer weniger als Zeichen einer räuberischen Veranlagung und fehlender moralischer Bedenken, wie noch vor wenigen Generationen, sondern als Beweis für angeborene Fähigkeiten und Klugheit. Zeitungsstände und Buchhandlungen sind voller Literatur, welche die Lebensführung, Karriere, persönlichen Liebesaffären und Vermögen der Neureichen feiert, die als Vorbilder für Leistung und Erfolg verehrt werden. Dass diese "Prominenten" der postmodernen Zeit aus dem Nichts in Erscheinung treten, ist ein zusätzlicher Pluspunkt: So wird der Anschein erweckt, die sie bewundernden aber schuldengeplagten Leser könnten es in der neuen bourgeoisen Welt genauso "zu etwas bringen". Jeder dahergelaufene Kandidat kann Millionär werden – oder gar Multimillionär -, nur indem man in einer TV-Show oder Lotterie gewinnt oder einen YouTube-Channel betreibt. Die unzähligen Millionen die die Bourgeoisie beneiden und bewundern, sehen deren Angehörige nicht länger als Teil einer "Klasse"; vielmehr sind sie eine "Leistungselite", die durch Glück und Anstrengung in der Lotterie des Lebens gewonnen hat. Wenn Deutsche früher weithin glaubten jeder könne Kanzler werden, so glauben sie heute, jeder könne Millionär werden – oder wer weiß – sogar zu den zehn reichsten Menschen der Welt gehören.

    Der Kapitalismus selbst wird zunehmend als Naturzustand betrachtet, auf den die Geschichte über Jahrtausende hinweg zusteuerte. Und während der Kapitalismus diesen Zustand der Herrlichkeit erreicht, erleben wir ein Ausmaß an Ahnungslosigkeit, Naivität und Selbstgefälligkeit der Bürger, das es seit den Anfängen der modernen Welt nicht gegeben hat. Wie Fastfood und schneller Sex eilen Gedanken und Erlebnisse nur so durch die menschiche Psyche und verschwinden rasch wieder, um noch neueren und schnelleren, zugleich aber immer oberflächlicheren und reduzierteren Gedanken und Erfahrungen Platz zu machen, und sind dabei weit davon entfernt, angeeignet und als Grundbausteine für eine Verallgemeinerung verwendet zu werden. Alle paar Jahre, so scheint es, erfindet eine neue Generation scheinbar "neue Beweggründe", weil die alten ein oder zwei Jahrzehnte zuvor ausgeschöpft wurden. Dadurch werden unschätzbare Lehren und Einsichten, die für eine revolutionäre Gesellschaftspraxis unerlässlich sind, in die gedankliche Vergessenheit verbannt. Mit jeder neuen Generation ging die überhebliche Vorstellung einher, die Geschichte habe erst begonnen, als sie geboren wurde, und folglich sollten alle früheren Erfahrungen, sogar aus jüngster Vergangenheit, ignoriert werden. Der Kampf gegen die Globalisierung, der jahrzehntelang in Gestalt des Antiimperialismus geführt wurde, ist also neu erfunden und umbenannt worden.

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